Wiederholt sich die Geschichte?

Oktober 21, 2009 0 Von admin

Wenn am folgenden Samstag Borussia Mönchengladbach den 1. FC Köln zum rheinischen Derby empfängt, leuchten nicht nur die Alarmglocken bei den Sicherheitskräften. Vor allem die Fans beider rivalisierenden Vereine stehen sich in diesen Tagen, in bester Uli Hoeneß und Osram-Manier, mit hochroten Köpfen gegenüber. Nicht umsonst warben sowohl Gladbach-Geschäftsführer Stephan Schippers als auch Köln-Manager Michael Meier in einem gemeinsamen Aufruf gegen Gewalt um stimmungsvolle, aber friedliche Atmosphäre.

In der vergangenen Saison kam es zu einigen unschönen Szenen, die Beteiligten beider Seiten zeigten sich nicht unbedingt zimperlich, einer näheren „Der Andere hat aber zu erst angefangen“-Diskussion bedarf es dabei nicht. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Scharmützel diesmal hauptsächlich auf das weite Grün im Borussen-Park beschränken werden.

Gladbach steht unter Druck, enormem Druck sogar: Die Pokalpleite gegen den MSV Duisburg mitgerechnet, haben die Fohlen nun die letzten sechs Partien verloren und finden sich nach ausgezeichnetem Saisonstart mittlerweile auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. Nur die Hertha aus Berlin präsentiert sich derzeit noch erfolgloser. Köln im Gegensatz dazu, nahm sich seine Auszeit zu Saisonbeginn, als man bis zum 6. Spieltag auf den ersten Saisonsieg warten musste und bereits erste Diskussionen über Trainer Zvonimir Soldo im Blätterwald entfacht wurden. Soldo hat mit den Geißböcken in der Zwischenzeit die Kurve bekommen und sitzt wieder relativ fest im Sattel. Für Michael Frontzeck dagegen könnte es bei einer neuerlichen Niederlage richtig kritisch werden und ausgerechnet der verhasste Nachbar kann erneut Schicksalsfee spielen. Bereits im Vorjahr musste der damalige Trainer Jos Luhukay nach der 1:2-Pleite, für die Milivoje Novakovic in der Schlussphase per direkt verwandeltem Freistoß sorgte, im Anschluss an das Derby seinen Stuhl räumen. Ähnliches droht nun auch Frontzeck.

Die Gladbacher hoffen ihrerseits vor allem auf einen Einsatz ihres Kapitän Filip Daems, der für die Stabilität in der Defensive von wichtiger Bedeutung ist. Des weiteren wird vom seit Wochen seiner Form hinterherlaufenden Neueinkauf Arango erwartet, dass er wieder Kreativität und Torgefahr ausstrahlt. Ein weiterer Problemfall hat sich am Wochenende dazu gesellt, als sich Raul Bobadilla mit seinem bizarren Versuch, ein Hackentor zu erzielen, anstatt sich einmal zu drehen und den Ball ins leere Tor zu schieben, weitestgehend lächerlich gemacht hat. Köln muss weiter auf Maniche verzichten und wird aller Voraussicht nach erneut auf seine stabile Defensive vertrauen, um nach und nach über die schnellen Offensivleute Nadelstiche zu setzen. Im Sturm sollen es Lukas Podolski und der wieder erstarkte Kapitän Milivoje Novakovic richten, der sich bei einem Freistoß in der Schlussminute den Ball wohl erneut zurechtlegen wird.

Marc Strasser bloggt für betfair.