Krisengipfel am Rhein

November 8, 2010 0 Von admin

D-E-R-B-Y-T-I-M-E

Montag der 08.11.2010, noch 5 Tage, mit jedem Atemzug und jedem Gedanken an die bevorstehende Schlacht schlägt das Herz schneller, das Adrenalin hat die Aufgabe den Körper auf Kampf und Furcht vorzubereiten, es erhöht die Durchblutung in den Muskelgruppen. Gladbacher und Kölner geben sich die Infusion, das traditionelle und hoch explosive Derby im Rheinland steht bevor. Auch die Sicherheitsbeamten bereiten sich darauf vor, in ersten Gerüchten hieß es, dass für die Gästefans aus Mönchengladbach vor dem Stadion Zelte aufgebaut werden sollen, in denen Leibesvisitationen durchgeführt werden sollen, bisher wurden dieses Gerücht aber nicht bestätigt.

Fakt ist aber, dass auch dieses Jahr wieder ein Glasflaschenverbot eingeführt wurde, das aber wieder nur Fans von der Borussia betrifft. Schon bei der Abfahrt in Mönchengladbach soll es zu Kontrollen kommen, gut möglich, dass Fans ohne Karte erst gar nicht den Bahnhof betreten dürfen. Schon im Vorfeld gab es reichlich Briefe für ein Stadt- und Stadionverbot auf beiden Seiten. Nun ist die Nichtmitnahme von Glasflaschen nachzuvollziehen, doch auf der anderen Seite wird es Glasflaschen wieder auf Höhe des Bistros in Köln regnen, wie immer. Wenigstens dürfen die Gladbacher Gastronomen wieder Alkohol ausschenken, im Stadion selbst soll es am Samstag keinen Alkohol geben. Mehr als 1000 Polizisten wollen für Ordnung und Sicherheit sorgen. Auch im Vorfeld sollen sich Vertreter der „Fangruppen“ in Mönchengladbach am Borussia Park getroffen haben. Warum im Borussia Park, das Spiel findet nicht in MG, sondern in Köln statt, und warum man wieder kuscht und am Ende wieder mit Flaschen beworfen wird, weiß der Kuckuck.

Sportlich gesehen sind beide Vereine auf Augenhöhe. Seit Jahren, an sich war es ja immer schon so, bis auf wenige Ausnahmen, dass sich beide Clubs im Gleichschritt in der Liga bewegen. Seit vielen Jahren kennt man in Mönchengladbach, als auch in Köln nichts anderes als den Abstiegskampf. Und auch dieses Jahr stehen die Vereine wieder mitten im Schlamassel. Borussia auf 18, der FC auf 17, Krisengipfel am Rhein. Ein Derby zu verlieren ist nie schön, aber wer dieses Derby verliert, ist auf dem besten Weg zurück in die zweite Liga, auch wenn es noch „früh“ in der Saison ist. Vielleicht steigen am Ende der Saison beide Vereine ab, das wäre nur symptomatisch für die Parallele beider Clubs.

Auch für das Weitermachen beider Trainer ist der Ausgang des Spiels stark ergebnisabhängig. Gewinnt der kölsche Interimstrainer Frank Schaefer, darf er weitermachen. Bei einer Niederlage dürfte er seinen Platz wieder räumen, Huub Stevens und der ehemalige Gladbach-Coach Hans Meyer sollen die Favoriten auf dessen Posten sein. Auch Michael Frontzeck ist zum Siegen verdammt. Nur 7 Punkte konnte das Urgestein aus 11 Spielen holen, seine Abwehr kassiert im Schnitt 3 Tore pro Spiel, zu viel für einen Bundesligisten. Verliert er in Köln, dann hat er vielleicht noch 1-2 Spiele auf Bewährung, in Gladbach will man mit ihm weiter arbeiten, doch der Druck würde bei einer Niederlage weiter zunehmen.

Am 13.11.2010 um 17:15 (+1) wissen wir mehr, doch bis dahin schlägt das Herz … schneller und schneller, Bluthochdruck im Rheinland, da hilft nur noch eine Pille und die heißt:

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