Deutschland gegen England 2010

Juni 24, 2010 0 Von admin

„It´s germ warfare“…titelte die Sun kurz nachdem feststand, dass Deutschland Achtefinalgegner der Engländer ist. Immer wieder packen die „Tommies“, wie sie hierzulande auch genannt werden, schmutzige Schlagzeilen aus, wenn es zum Aufeinandertreffen der zwei Rivalen kommt. Die Schlagzeilen sind nicht nur schmutzig, sie gehen oft unter die Gürtellinie, sind respektlos und sind alles andere als Satire.

Doch woher kommt diese Antipathie? Ist es der Neid, die Eifersucht, nicht verdaute Niederlagen oder der immer wiederkehrende sportliche deutsche Arschtritt? Wohl sowohl als auch, doch viel mehr liegt der Nährboden einige Generationen zurück. Der 1. Weltkrieg und viel mehr der 2. Weltkrieg hat dazu beigetragen, dass „wir“ die motherfucking Krauts sind. Ohne näher darauf eingehen zu wollen, doch wenn man die Geschichte kennt, dann ist es nachzuvollziehen, doch Verbrechen und Leid gab es auf beiden Seiten.

Sportlich hat sich die Rivalität bei und nach der WM 1966 entwickelt, als England seinen bisher einzigen World Cup gewinnen konnte. Gegner war die deutsche Nationalmannschaft, die aufgrund der Ereignisse einige Jahre zuvor nicht gern gesehen wurde. Es stand 2:2, als das bekannteste und umstrittenste Tor der Fußballgeschichte gefallen ist, das Wembley-Tor. Jedem ist die Geschichte bekannt, man muss nicht näher drauf eingehen. Die Engländer streiten bis heute ab, dass es eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters war, auch wenn die modernen TV-Bilder das Gegenteil beweisen. Bis heute feiern die englischen Supporter den Erfolg hämisch in dem Song: „Two World Wars and One World Cup“…

England redet es sich schön und blendet dabei aus, dass in den Folgejahren meist die deutsche Nationalmannschaft die Nase vorn hatte. 1970 schmiss der DFB die Three Lions im Viertelfinale mit 3:2 raus. 1990, bei dem dritten Titel der DFB-Elf, war im Halbfinale Endstation. Dramatisch war der Elfmeterkrimi, bei dem Deutschland mit 4:3 gewann, genau so dramatisch das Elfmeterschießen 1996, als man England im eigenen Land, ebenfalls im Halbfinale raus warf. Und wer holte den Cup? Richtig, Deutschland!

Von der 1:5 Niederlage 2001 in München redet man in Deutschland nicht gern, in England wird diese Demontage noch heute gefeiert.

Deutschland gegen England, das ist auf der einen Seite Krieg, auf der anderen Seite eine Rivalität, von der der Fußball und die Weltmeisterschaft lebt. Das sind die Momente, worauf man sich freut. Das Adrenalin und der Puls steigen, das Bier fließt, die Emotionen kochen und wäre die WM nicht in Südafrika, dann würden sicherlich auch wieder Tische und Stühle fliegen.

Fortsetzung folgt…