Derby der Standard-Spezialisten

Februar 25, 2010 0 Von admin

Blau-Weiß gegen Schwarz-Gelb, Magath gegen Klopp, Neuer gegen Großkreutz Dritter gegen Fünfter oder einfach Schalke gegen Dortmund, … Es gibt viele naheliegenden Überschriften, wenn man das hochemotionale und sportliche brisante Derby zwischen den beiden ruhmreichen Traditionsklubs aus dem Ruhrpott beschreiben will. Legt man die Stärken und Schwächen beider Teams, die eine überzeugende Saison spielen, für die Beurteilung zugrunde, so liegt der Schluss nahe, dass dieses Duell wahrscheinlich über die Effektivität bei Standardsituation entschieden wird.

Im Hinspiel erhitzte ein vermeintlicher Ellbogenschlag von Schalke-Keeper Manuel Neuer gegen Dortmunds Kevin Großkreutz die Gemüter und ließ das sportliche Geschehen kurzfristig in den Hintergrund rücken. Die beiden Eigengewächse werden auch am Freitagabend aller Voraussicht in der Startformation stehen und vor Motivation brennen. Sowohl Magath als auch Klopp versuchen in einem Kicker-Interview die Vergangenheit ruhen zu lassen und sich rein auf die sportliche Komponente des vielleicht traditionsreichsten Derbys innerhalb der Fußball-Bundesliga zu beschränken. Für Schalke geht es darum, nach der Niederlage gegen Wolfsburg wieder in die Spur zu finden und Tabellenplatz drei, der zur Teilnahme an der Qualifikation für die Champions League berechtigt, abzusichern. Dortmund konnte seine Mini-Krise letzte Woche gegen Hannover beenden und will Rang fünf, die Eintrittskarte ins europäische Geschäft, verteidigen. Magath lobt die große mannschaftliche Geschlossenheit des Rivalen verweist explizit auf die Stärke der Borussia bei Standardsituationen. In erster Linie dürfte er dabei die beiden Innenverteidiger Neven Subotic und Mats Hummels auf der Rechnung haben, die aufgrund ihrer Lufthoheit schon so manchen Sieg für Schwarz-Gelb sicher stellten. Klopp im Gegenzug zeigt sich von der Effektivität und Kompaktheit der Knappen beeindruckt, die gerne aus dem Nichts treffen, und warnt ebenfalls vor Schalker Qualitäten bei ruhenden Bällen, in erster Linie verkörpert durch Kevin Kuranyi, Marcelo Bordon und Benedikt Höwedes. Ein Nachteil für die Borussia könnte das Fehlen von Torjäger Lucas Barrios sein, der die Partie gelb-gesperrt nur von der Tribüne der Veltins-Arena verfolgen wird.

Angesprochen auf eine mögliche Nachfolge von Jogi Löw als Bundestrainer der Nationalmannschaft, der nach der WM 2010 seinen Posten räumen könnte, geben sich beide Kandidaten bedeckt und verweisen jeweils auf die Gegenseite. Aber bis zur Weltmeisterschaft in Südafrika bleibt ja noch Zeit, in sich zu gehen, denn sowohl Magath als auch Klopp hätten nach ihren Erfolgen auf den Vereinsbänken gute Karten.

Marc Strasser