Blaues Veilchen bei „Auges“ Heimpremiere

März 31, 2010 0 Von admin

Die 3. Liga hechelt derzeit verzweifelt dem Spielplan hinterher und spielt aufgrund der zahlreichen witterungsbedingten Spielabsagen zu Beginn des Jahres ausnahmslos im 3-Tages-Rhythmus, um die Saison wie geplant und vom Weltverband FIFA gefordert, am 8. Mai zu beschließen und somit nicht mit den Vorbereitungen für die WM im Sommer zu kollidieren. Am Dienstag misslang dabei die Heimpremiere von Trainer Klaus Augenthaler, der mit der SpVgg Unterhaching im Bayern-Derby gegen den FC Ingolstadt äußerst unglücklich mit 1:2 unterlag.

Dabei standen die Vorzeichen für die Münchner Vorstädter nach dem Überraschungserfolg vom Wochenende bei den Kickers Offenbach gar nicht schlecht, erneut einem Kandidaten für den Aufstieg ein Bein zu stellen und sich selbst etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Die „Schanzer“ jedoch untermauerten ihre Aufstiegsambitionen und ihren derzeitigen Ruf als „Last-Minute-Boys“ und drehten die Partie nach einem 0:1-Rückstand erneut in der Schlussphase.

Vor 3.200 Zuschauern im Generali-Sportpark mussten die Zuschauer fast bis zur Pause warten, ehe sich erste nennenswerte Torchancen für die Gastgeber, die aus einer kompakten Defensive heraus agierten, ergaben. Ingolstadt hatte zwar meistens die Spielkontrolle, biss sich an der stabilen Hintermannschaft der Hachinger jedoch immer wieder die Zähne aus. Richtig packender Derby-Charakter kam erst in den zweiten 45 Minuten auf, als die Truppe von Weltmeister Augenthaler die Schlagzahl erhöhte und nach einem Traumtor von Manuel Konrad (56. Minute) die verdiente Führung erzielte. Ingolstadt warf danach alles nach vorne und kam durch zwei Standardsituation noch zum schmeichelhaften Auswärtserfolg. Zunächst verwandelte Stefan Leitl einen Foulelfmeter zum Ausgleich (80.), ehe Malte Metzelder, nach einem unübersichtlichen Getümmel in der Nachspielzeit, den Ball über die Linie stocherte.

„Völlig unnötig“, kommentiere ein sichtlich angefressener Augenthaler nach Spielschluss und schloss auf „Nervosität und fehlende Cleverness“ in seinen Reihen. Der neue sportliche Leiter, Francisco Copado sprach von „einem positiven Auftreten, sogar ein Dreier war drin, aber wir haben uns die Butter noch vom Brot nehmen lassen. Wir hatten mehr vom Spiel, die besseren Chancen und haben ein schönes Tor gemacht.“ Auf der anderen Seite kam „Schanzer“-Coach Michael Wiesinger nach dem vierten punktbringenden Treffer in Folge in den Schlussminuten aus dem Grinsen nicht mehr heraus: „Erst recht wenn man auf die anderen Ergebnisse guckt, sieht man, dass dies ein ganz wichtiger Sieg für uns war.“

Zeit, um Durchzuschnaufen bleibt beiden bayrischen Teams freilich nicht: Unterhaching empfängt am Samstag Jahn Regensburg zum nächsten Bayern-Derby und braucht bei derzeit drei Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und einer mehr absolvierten Partie dringend einen Heimerfolg. Ingolstadt empfängt ebenfalls am Samstag die Mannschaft der Stunde in der 3. Liga, den FC Carl Zeiss Jena, zum Spitzenspiel.

Marc Strasser