Austria und Rapid im Derby-Duell um Platz zwei

April 2, 2014 0 Von admin

Zum 277. Mal treffen die beiden Wiener Traditionsklubs Austria und Rapid am Sonntag den 6. April in einem Meisterschaftsspiel aufeinander. Mit 115:94-Siegen liegen die Grün-Weißen in der Gesamtbilanz voran und auch in den letzten Partien hatte der Rekordmeister zumeist das bessere Ende für sich. In den letzten vier Derbys blieb Rapid unbesiegt und gewann die letzten beiden.

Dabei drohte den Grün-Weißen noch in der Saison 2012/13 die Schmach, erstmals in der Geschichte alle vier Saisonderbys gegen die Violetten zu verlieren. Aber mit einem 2:2 in der letzten Begegnung in der Generali-Arena konnte das Schlimmste noch abgewendet werden. Seit damals verlor Rapid kein Derby mehr.

Kampf um einen internationalen Startplatz

Auch aktuell hat Rapid die etwas bessere Serie. Vier Spiele in Folge sind die Grün-Weißen zuletzt unbesiegt geblieben und ließen dabei kein einziges Gegentor zu. Aber auch die Austria legte nach dem Trainerwechsel von Nenad Bjelica zu Herbert Gager punktemäßig zu und ist unter dem neuen Trainer noch ungeschlagen. Diese Serie hing am vergangenen Wochenende in Ried an einem seidenen Faden, ehe in der Nachspielzeit doch noch der Ausgleich zum 2:2 gelang. Damit wuchs der Rückstand in der Tabelle auf die zweitplatzierten Rapidler jedoch auf zwei Punkte an.

Mit einem Sieg im Derby könnte der Stadtrivale in der Tabelle wieder überholt werden. Der Traum von einer erfolgreichen Titelverteidigung platzte in dieser Saison für die Austria angesichts einer überragenden Mannschaft von Red Bull Salzburg bereits sehr früh. Nun soll zumindest die Qualifikation für die Europa League gesichert werden. Das wäre auch aktuell mit dem dritten Platz der Fall, aber auch der lange Zeit starke Aufsteiger Grödig und die SV Ried haben den Kampf um Europa noch nicht aufgegeben.

Rapid zuletzt zwei Mal erfolgreich

Das letzte Derby in Favoriten endete mit einem 1:0-Sieg der gastierenden Rapidler. Zwei Minuten vor dem Ende sorgte Terrence Boyd per Kopf für den Siegtreffer. Ähnliches wird sich diesmal nicht wiederholen, da der US-Amerikaner im letzten Meisterschaftsspiel gegen Sturm Graz die fünfte Gelbe Karte sah und gesperrt ist. Aber auch im ersten Derby des Jahres 2014 am 9. Februar 2014 im Hanappi-Stadion war Boyd aufgrund einer Sperre nicht dabei, dennoch siegte Rapid nach 0:1-Rückstand noch mit 3:1.

Aus Sicht der Fußballwetten werden – wohl aufgrund des Heimvorteils – diesmal jedoch der Austria die etwas besseren Chancen eingeräumt. Bei einem Sieg der Violetten werden Quoten um 2,2 fällig, während ein Auswärtssieg von Rapid den mehr als dreifachen Wetteinsatz bringen würde. Etwa ebenso viel ist bei einem Tipp auf ein Unentschieden zu gewinnen.

Trainer mit grün-weißen Wurzeln

Brisanz verspricht auch das Duell der beiden Trainer. Zoran Barisic und Herbert Gager spielten von Kindesbeinen an zusammen im grün-weißen Nachwuchs. Nachdem der um acht Monate ältere Gager 1989 zu seinen ersten Einsätzen in der Rapid-Kampfmannschaft kam, wurde er 1990 zum Wiener Sport-Club verliehen, wo er abermals mit dem ebenfalls zu den Hernalsern transferierten Barisic zusammentraf. Gemeinsam kassierten sie mit 1:7 (daheim) und 0:5 (auswärts) zwei schwere Niederlagen gegen Rapid.

Beide kehrten anschließend wieder zu ihrem Stammverein zurück, hatten aber in der Folge einen gänzlich unterschiedlichen Karriereverlauf. Zoran Barisic feierte von 1993 bis 1996 große Erfolge mit den Grün-Weißen, wurde Meister, Cupsieger und zog ins Europacupfinale ein. Auch nach seinem Abschied von Rapid war er ab 1997 vor allem beim FC Tirol (3 Mal Meister) sehr erfolgreich tätig und kehrte 2006 als Co-Trainer zu Rapid zurück.

Herbert Gager dagegen, der einst sämtliche Rapid-Nachwuchsteams als Kapitän aufs Feld geführt hatte, blieb nur bis 1993 bei den Grün-Weißen. In jener Zeit absolvierte er auch seine einzigen Partien für das österreichische Nationalteam. Anschließend führte ihn sein Weg über Stahl Linz, Mödling und die Admira schließlich erstmals zur Austria, für die er von 1996 bis 1998 tätig war. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn heuerte er als Nachwuchstrainer bei den Violetten an und ist seit diesem Jahr Trainer der Austria, blieb bisher unbesiegt und möchte das auch nach dem Duell mit dem Verein seiner Jugendjahre bleiben.