11 Gründe für Gladbachs Derbysieg

März 14, 2009 0 Von admin

Kein Bock mehr auf Köln: Der Geißbock hat sich schon mit der Raute ausgestattet. Abgesehen von ihm gibt’s noch genügend Gründe, warum Borussia am Samstag das Derby in Köln für sich entscheidet. Andreas Gruhn von der RP hat die „Elf vom Niederrhein“ zusammengestellt.

1. Das Maskottchen

Ein Fohlen gegen einen Geißbock, Jünter gegen Hennes. Wobei das Wort Geißbock ja schon ein Widerspruch in sich ist. Denn die weibliche Ziege ist eine Geiß, das männliche Tier ein Bock. Hmmm. Fassen wir zusammen: Eine Herde Hengste gegen einen Haufen Hausziegen. Klarer Vorteil für Borussia.

2. Das Wahrzeichen

Man schaue einfach mal auf die Erbauung des Mönchengladbacher Wahrzeichens. Unsere Ahnen bauten das Münster bereits im 10. Jahrhundert. In Köln jedoch war diese eine Kirche da, na, der Dings, ach, genau: der Dom, im 19. Jahrhundert immer noch nicht ganz fertig. Wir halten fest: Kölner brauchen ganz lange für ‘ne Hütte, mitunter 600 Jahre.

3. Die Kultur

Zugegeben: Die Eintrittskarte ins Stadion muss kein Gemälde sein. Aber ein bisschen mehr als Striche und Zahlen dürfen es schon sein, liebe Kölner. Man könnte das Papier höchstens als gescheiterten Kubismus durchgehen lassen. In Sachen (Spiel-)Kultur haben die Gladbacher die Nase vorn.

4. Der Fluss

Wen interessiert der Rhein, wer einmal an der schönen Niers war? Kein Verkehr, nicht so viel Schmutz, hier und da mal ein Angler, keine holländischen Großfrachter grätschen dazwischen ­ das ist perfekt für den Gladbacher Spielfluss. Der Rhein wird erst hinter Köln schön.

5. Der Sekt

Hans Meyer vermutete einst: „In Köln haben sie vier Tage lang die Geschäftsstelle abgeschlossen und jede halbe Stunde eine Flasche Sekt entkorkt, als sie den Toni Polster für 1,8 Millionen Mark nach Gladbach verkauft hatten.” Nur vier Tage lang. Pah. Meyer selbst konnte Jahre später sogar wochenlang in Rotkäppchen-Sekt baden, als eine Lkw-Lieferung plötzlich vor seiner Tür stand.

6. Das Bier

Wenn eine Brauerei 1904 gegründet wird, dann nennt der Kölner das Früh. Wenn eine Brauerei 1266 gegründet wird, dann nennt der Niederrheiner das Alt. Das Dunkle wiederum wird sogar in Brasilien oder in Singapur gebraut. Während Kölsch einen Aktionsradius von (Schätzung!) 32,5 Kilometern hat. Bricht man das auf ein Spielfeld herunter, stellen wir fest: Köln ist Standfußball, Gladbach weltgewandt, nur oft verkannt.

7. Das Gründungsjahr

Als die Borussia sich im Jahr 1900 gründete, da wurde in Köln am Dom noch mit Murmeln gespielt ­ wenn der denn schon fertig war. Und im Abstiegskampf wissen wir: Die Erfahrung macht‘s.

8. Der Hofadel

Die Kölner müssen noch etliche Wochen auf ihren Prinzen warten. Gladbach dagegen hat seinen Königs schon viele Jahre.

9. Der Name

Mönchengladbach ­ dieser Name allein, über den Italiens Nationaltorwart Gianluigi Buffon sagte, er klinge wie Sehnsucht, also dieser Name, das ist Fußball-Romantik. Nehmen wir dagegen Köln. Auf den ersten Blick ganz praktisch, denn der Kölner vermag den Namen seiner Heimat auch nach 20 Kölsch noch fehlerfrei zu rülpsen. Versuchen Sie das mal mit Mönchengladbach!

10. Wer?

In anderen Städten gibt es T-Shirts mit dem Aufdruck: „Wer zum Henker ist dieser Köln?” Das gibt es mit Mönchengladbach nicht. Jeder kennt uns, jeder mag uns.

11. Die Römer

Die Römer wissen genau, warum sie Köln um das Jahr 450 verließen. Als sie 1982 einmal wiederkamen, flog Köln gleich aus dem Uefa-Cup. Nach Gladbach haben sich die Römer gar nicht erst getraut!