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Category: Dies & Das – Autor: admin – 10:19 am

Fußball hat in Deutschland eine Vormachtstellung – es gibt eigentlich keine andere Sportart, die so verbreitet und populär ist, und die so leidenschaftliche und verbissene Fans hat, dass es manchmal nicht so einfach ist, diese im Zaum zu halten. Während die meisten friedlich sind, sollten ein paar andere vielleicht öfter mal Sunny Shores spielen und sich entspannen – denn leider gibt es auch aggressive Anhänger und Gruppierungen, die zu extremen Aktionen neigen. In unserem Artikel geht es heute um eine Übersicht, denn sicher ist: die Fankultur in unserem Land ist etwas Besonderes. Also welche Rolle spielen die Fans in Deutschland für die Teams?

Enge Verbindung zwischen Team und Fans

In Deutschland sind die Fans mit Herz und Seele dabei. Eine große Rolle spielt dabei sicher auch die enge Beziehung zwischen der Mannschaft und ihren Anhängern. Vor allem in Regionen wie dem Ruhrgebiet herrscht nicht nur eine besondere Verbundenheit zueinander, sondern auch eine besondere Abneigung gegenüber den Mannschaften aus anderen Städten (wir müssen nur Dortmund und Schalke nennen). Wieso die Fans so ein enges Band mit ihrem Verein knüpfen können? Das liegt unter anderem daran, wie das System Fußball hierzulande strukturiert ist. Sehen wir uns das einmal genauer an.

Eine große Rolle spielt die sogenannte 50+1-Regel, die in den Statuten der Deutschen Fußball-Liga vorgeschrieben ist. Sie besagt, dass kommerzielle Investoren niemals eine Stimmenmehrheit des Vereins besitzen können. Der Großteil der Stimmen liegt stets bei den Mitgliedern, also im Grunde auch bei den Fans. Diese bestimmen zwar nicht über mannschaftsinterne Entscheidungen, wie beispielsweise den Kauf oder Verkauf eines Spielers, da dies Sache des Managements ist – doch die grundlegende Richtung, in die der Verein sich bewegt, wird von den Mitglieder bestimmt. Auch die äußere Wahrnehmung liegt zu großen Teilen in den Händen der Fans. Diese Verantwortung ist den meisten bewusst, und das stärkt die Verbindung zum Team. Die Anhänger wissen, dass nicht ein einziger Investor herkommen kann, um den Verein aufzukaufen und seine eigenen Regeln aufzustellen.

Anhänger richten sich gegen wirtschaftliche Interessen

In den Monaten, in denen die Bundesliga Corona bedingt ohne Publikum gespielt hat, ist vor allem eins klar geworden: ohne Fans macht ein Fußballspiel nur halb so viel Spaß. Unzufriedenheit machte sich breit, doch muss die Risikovermeidung an erster Stelle stehen. Während die Entscheidung vor leeren Rängen zu spielen, zwar frustrierend für Spieler und Fans sein mochte, so gibt es doch andere Dinge, gegen die Anhänger sich aus verständlichen Gründen richten: aus wirtschaftlichen Gründen wurden die Anstoßzeiten mehrerer Spiele so verlegt, dass zahlreiche Fans die Spiele nicht mehr besuchen können. Während es früher hauptsächlich am Wochenende zu Begegnungen kam, sind nun auch Spiele am Montagabend angesetzt: eine extrem ungünstige Zeit für die Fans, die dann gerade von der Arbeit kommen.

Von Fan-Protesten und sozialer Verantwortung

Nicht immer verläuft es friedlich zwischen Team und Fans. Sind die Anhänger von Club-Entscheidungen enttäuscht oder von der Leistung des Teams verärgert, lassen sie nicht selten ihrem Frust in Form von Transparenten und Postern während des Spiels freien Lauf. Manchmal kommt es zum Eklat, wenn Ultra-Gruppierungen extreme Verhaltensweisen an den Tag legen und Spieler diskriminieren oder faschistische oder rechte Parolen rufen. Doch das ist nicht die Tagesordnung. Oft organisieren Fanclubs entsprechende Banner gegen Rassismus und Sexismus ein und organisieren manchmal gemeinsam mit dem Verein soziale Projekte, bei denen sich beide Seiten gegen soziale Ungerechtigkeiten einsetzen.