Archive for April, 2015

Category: Derbys Deutschland,Hannover 96,VfL Wolfsburg – Autor: Derbysieger – 17:01

Zwar würde selbst die allseits erwartete Niederlage an diesem Wochenende die 96er natürlich noch nicht endgültig ins Verderben stürzen; nachdem jedoch bereits den letzten 14 Liga-Auftritten kein einziger Sieg entsprang, kämen die Roten im Falle einer weiteren Pleite wohl nicht mehr um den Absturz auf einen der drei Abstiegsplätze herum. Ein solches erstmaliges Aufschlagen auf einem der hintersten Ränge dürfte dem ohnehin angeschlagenen Nervenkostüm der Landeshauptstädter so kurz vor dem Saisonfinale gewiss nicht zuträglich sein – viel bedenklicher noch wäre aber sicherlich die Tatsache, dass der als letzter Joker gezogene Trainerwechsel bei einer Fortsetzung des Tieffluges endgültig wirkungslos verpufft.

Nachdem es dem als Retter-Hoffnung verpflichteten Michael Frontzeck vor wenigen Tagen nicht gelungen war, bei der unglücklichen und somit voll ins Bild passenden 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim die Trendwende herbeizuführen, müssen angesichts des auf einen Zähler zusammengeschrumpften Vorsprungs auf den Relegationsplatz mittlerweile wohl schon außergewöhnliche Dinge passieren, um ein Abbrechen der Erstliga-Zelte doch noch zu vermeiden. Nach der undankbaren Prüfung in Wolfsburg stehen gegen Bremen und Augsburg schließlich gleich noch zwei weitere Spiele an, in denen sich Hannover mit Teams aus der oberen Tabellenhälfte messen muss: Sollte hier nicht das eine oder andere Mini-Wunder gelungen, droht dann im abschließenden Heimspiel gegen den SC Freiburg kaum noch etwas zu retten zu sein.

Auch der Nordkurve droht die Zweite Liga

Da sich die 96er bereits beim 1:3 im Hinspiel gegen den VfL Wolfsburg weitgehend chancenlos präsentierten, scheint das Derby für die Gäste auf den ersten Blick zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt auf der Tagesordnung zu stehen: Weil jedoch schon allein die Resultate des Vorjahres daran erinnern, dass auch das niedersächsische Familientreffen seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt, wird von den Hannoveranern dann aber doch vorsichtig darauf spekuliert, dass in der Volkswagen-Arena vielleicht noch am allerbesten der benötigte Rettungsanker ausgeworfen werden kann. Mit zwei denkwürdigen Auftritten (4:0; 3:1) konnten sich die Roten bereits bei ihren letzten beiden Besuchen den wertvollen Dreier in der VW-Stadt sichern – und auch in der Gesamtbilanz hatten die Gäste mit 13:9-Siegen bislang etwas häufiger das bessere Ende für sich.

Dass Hannover allerdings selbst nach einem Abstieg noch immer auf die sportlich derzeit unerreichbaren Wölfe herabschauen würde, ist in erster Linie auf die in der Landeshauptstadt deutlich stärker gelebte Fankultur zurückzuführen: Da es in Wolfsburg durchaus üblich ist, bei Auswärtsspielen jenseits der niedersächsischen Landesgrenzen das zur Verfügung gestellte Kartenkontingent nicht einmal auch nur ansatzweise auszuschöpfen, haben die 96er schon vor längerer Zeit den größeren Rückhalt der Supporter als ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ausgemacht. Umso schmerzlicher kratzte es in den vergangenen Monaten am Selbstverständnis des Vereins, dass sich die Stimmung in der HDI-Arena nach dem Rückzug der Ultras zunehmend der „Friedhofs-Ruhe“ beim ungeliebten Nachbarn angenähert hat: Der kürzlich zwischen Fans und Klub-Boss Kind geschlossene Burgfrieden kommt aufgrund des anstehenden Derbys somit genau zur rechten Zeit.

Der VfL scheint unantastbar

Hatte die Rückkehr der Ultras bereits im letzten Heimspiel gegen Hoffenheim auch zu einer sichtlichen Belebung auf dem Rasen geführt, musste angesichts der dennoch erlittenen Niederlage schlussendlich aber doch das bittere Fazit gezogen werden, dass sogar der viel zitierte 12. Mann dem Absturz der 96er hilflos gegenübersteht. Am kommenden Samstagnachmittag könnte somit nun erneut im Gäste-Block zu beobachten sein, wie sich die anfängliche Zuversicht in blankes Entsetzen zu wandeln beginnt: Insbesondere in der heimischen Volkswagen-Arena scheint der VfL derzeit schließlich selbst die lautstärksten Gegner kaum zu fürchten zu haben.

Dass die in der laufenden Liga-Saison daheim noch ungeschlagenen Wölfe zudem gerade erst mit dem überaus souveränen 4:0-Erfolg im Pokal-Halbfinale bei Arminia Bielefeld ihre Mini-Durststrecke von vier sieglosen Pflichtspielen beendeten, dürfte in jedem Falle eher nicht dafür sprechen, dass es nun im Derby über Gebühr spannend wird – zumal die Truppe von Dieter Hecking durch den auf vier Zähler geschrumpften Vorsprung dazu gehalten wird, sich für die anvisierte Vizemeisterschaft noch einmal ein bisschen ins Zeug zu legen. Für eine Derby-Neuauflage im kommenden Jahr muss man in Niedersachsen deshalb wohl schon der Braunschweiger Eintracht die Daumen drücken, die in Liga zwei nach wie vor um die sofortige Rückkehr in die Bundesliga kämpft.

 

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Category: Derbys Italien – Autor: Derbysieger – 14:52

Am Sonntag (15:00 Uhr) ist es wieder soweit! Im Piemont und insbesondere in Turin wird Ausnahmezustand herrschen. Am 32. Spieltag der italienischen Serie A wird das „Derby di Torino“ ausgetragen. Zum insgesamt 190. Mal treffen der FC Turin und Juventus in einem Bewerbsspiel aufeinander. Die Fronten sind auch im 108. Jahr der Rivalität zwischen den beiden Turnier Klubs klar: der FC ist einmal mehr der ganz große Außenseiter. Während „I Granata“ (die Granatroten) sich knapp in der oberen Tabellenhälfte befinden und sich noch theoretische Chance auf die Europa League ausrechnen können, steht Juventus unmittelbar vor dem vierten Titelgewinn in Folge, dem 31. insgesamt.

Über 100 Jahre alte Rivalität

Die Rivalität zwischen FC Turin und Juventus Turin wird mit südeuropäischer Heißblütigkeit gelebt und von beiden Seiten heiß und innig gepflegt. Der FC ist der Verein der Arbeiterklasse aus Turin selbst oder aus der Region. Juventus hat im Gegensatz dazu in ganz Italien Anhänger und ist einer der weltweit populärsten Klubs überhaupt. Die „Alte Dame“ wurde 1897 gegründet, der Foot Ball Club Torino folgte knappe neun Jahre später.

Das erste Turiner Derby oder „Derby della Mole“, wie das Stadtduell nach dem weltberühmten Wahrzeichen der Stadt, der Mole Antonelliana, auch genannt wird, fand im Jänner 1907 statt und endete mit einem Sieg des FC. In den Anfangsjahren des ältesten heute noch stattfindenden Stadtderbys in Italien hatte der FC Turin die Nase vorne, doch im Laufe der Jahrzehnte übernahm Juventus die Vorherrschaft. Von den bisher 189 ausgetragenen offiziellen Derbys hat Juve 80 für sich entschieden. Neben 54 Unentschieden gab es 55 Siege des FC Turin.

In den vergangenen Jahren gab es für die Granatroten gegen den Stadtrivalen nichts zu holen. Der letzte Triumph des FC ist mehr als 20 Jahre her. Anfang April 1995 gewann der FC Turin zum bis dato letzten Mal das „Derby della Mole“ und setzte sich mit 2:1 durch. Seither wartet der FC seit 17 Aufeinandertreffen auf einen Sieg. Vier Unentschieden waren in den letzten beiden Jahrzehnten die einzige Ausbeute.

Juventus vor Titelgewinn

An der Tatsache, dass sich Juventus Turin zum vierten Mal in Folge den Scudetto holen wird, gibt es nichts zu rütteln. Die „Alte Dame“ hat bei sieben ausstehenden Spieltagen bereits 15 Zähler Vorsprung auf die beiden schärfsten Verfolger Lazio und AS Rom. Damit haben die „Bianconeri“ ausgerechnet beim Stadtrivalen im Olympiastadion die Gelegenheit, sich endgültig zum Meister zu küren. Sollten nämlich die beiden Römer Klubs nicht punkten und Juve gleichzeitig den FC Turin besiegen, dann wäre der 31. Meistertitel fix, denn in der Serie A zählt bei Punktegleichheit das direkte Duell.

Dieser Umstand bringt noch eine zusätzliche Portion Pfeffer in das 190. Turiner Stadtderby, denn „I Granata“ werden unter allen Umständen vermeiden wollen, dass Juventus ausgerechnet vor ihren Augen den Scudetto klarmacht. An der krassen Außenseiterrolle der Mannschaft von Giampiero Ventura ändert dies freilich nichts. Die Wettanbieter haben sich erwartungsgemäß mehr als eindeutig auf die Seite von Juventus geschlagen. Bei den Fußball-Wetten schlägt sich ein Sieg des Serienmeisters mit Quoten um die 1,90 nieder. Schafft der FC eine Überraschung, dann wird der mehr als vierfache Wetteinsatz fällig.

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Category: Derbys Italien – Autor: Derbysieger – 19:05

Dass das Mailänder Derby della Madonnina die Marienstatue des einheimischen Doms im Namen trägt, verweist seit eh und je darauf, dass das Duell zwischen Inter und Milan geradezu religiöse Züge hat: Angesichts des ernüchternden Abschneidens in der laufenden Spielzeit laufen derzeit jedoch die Anhänger gleich beider Klubs Gefahr, vom liebgewonnenen Glauben abzufallen. Am Sonntag wird die jeweilige Trostlosigkeit nun zu einem Gebräu der schlechten Laune vermengt – folglich darf dieses Mal noch nicht einmal der Sieger hoffen, dass die Saison dank des Dreiers im Derby möglicherweise doch noch ein versöhnliches Ende nimmt.

Derweil sich die beiden Klubs, auf den Tabellenplätzen 8 und 9 liegend, aktuell auch in der Serie A in unmittelbaren nachbarschaftlichen Beziehungen befinden, ist anzunehmen, dass die Stimmung in diesen Tagen vor allem bei den Gastgebern am Boden ist: Während die Rossoneri spätestens seit dem verkorksten Vorjahr schon eine Menge Übung darin haben, die eigenen Zielstellungen deutlich zu verfehlen, muss man sich bei Inter schließlich noch immer daran gewöhnen, dass sich inzwischen selbst die Qualifikation für die Europa League als eine zu große Hausnummer erweist. Dabei hatte der Verein in den vergangenen Monaten nichts unversucht gelassen, um sich der drohenden Nieten-Saison entgegenzustemmen – bislang hat jedoch keine der ergriffenen Maßnahmen für den entscheidenden Dreh gesorgt.

Podolski lacht auch bei Inter nicht das Glück

Insbesondere die in den Wintermonaten gestartete Transferoffensive hat bei den Nerazzurri die erhoffte Wirkung verfehlt; dass sich der Klub mit der Verpflichtung von Spielern wie Shaqiri, Podolski oder Brozovic reichlich internationale Erfahrung sicherte, konnte die Auftritte der Mannschaft nie in der beabsichtigten Weise beleben. Da neben dem zuletzt oftmals nur noch auf der Bank schmorenden Poldi auch der Bayern-Zuzügler Shaqiri regelmäßig unter seinen Möglichkeiten bleibt, fielen die Leistungen in der Rückrunde sogar noch einmal ab – hat sich der Lokalrivale Milan in der zweiten Saison-Hälfte immerhin den sechsten Tabellenplatz gesichert, tritt Inter mit der ausgeglichenen Bilanz von 4 Siegen, 3 Unentschieden und 4 Niederlagen zunehmend als graue Maus des italienischen Fußballs in Erscheinung.

Das Ausbleiben des erhofften Aufschwungs fällt naturgemäß auch auf Trainer Roberto Mancini zurück, der sich mittlerweile schon seit rund einem halben Jahr daran versucht, den spielerischen Problemen mit schlüssigen Konzepten zu Leibe zu rücken. Dass der 50-Jährige diesbezüglich noch nicht weit gekommen ist, wurde den enttäuschten Anhängern gerade erst wieder beim letzten Heimspiel gegen den Pleite-Klub aus Parma vor Augen geführt. Obwohl die in Not befindlichen Gäste als abgeschlagenes Schlusslicht im San Siro gastierten, kamen die Nerazzurri nicht über ein Unentschieden hinaus – während der enttäuschenden 90 Minuten versuchte der ratlose Manicini gleich mit drei verschiedenen taktischen Formationen sein Glück.

Milan scheint sich allmählich zu stabilisieren

Zunehmend wird somit deutlich, dass sich Inter mit der Entlassung von Walter Mazzarri offensichtlich keinen Gefallen getan hat: Dass sich Trainerwechsel nicht automatisch als ein Selbstläufer in Sachen Aufschwung erweisen, bekam Milan dagegen schon in der Vorsaison zu spüren. Nachdem sich das Experiment mit dem unerfahrenen Clarence Seedorf als ein Fehlschlag erwies, haben die Rossoneri aber immerhin ihre Lektion gelernt: Obwohl der Verein mit der Verpflichtung von Filippo Inzaghi gleich der nächsten verdienten Spieler-Legende zum Debüt auf dem Trainerstuhl verhalf, ist man inzwischen offensichtlich durchaus dazu bereit, dem einstigen Publikumsliebling  eine „Zwischen-Saison“ zuzugestehen.

In Anbetracht der hohen Ansprüche ist es schon eine mittlere Überraschung, dass Inzaghi trotz des Ausbleibens der erhofften Erfolge noch immer seinen Posten behaupten kann: Da Milan zuletzt jedoch lediglich eines seiner jüngsten acht Pflichtspiele verloren hat, scheint sich die Geduld des Klubs so langsam aber sicher auszuzahlen. Ein „Auswärtssieg“ im Derby böte Inzaghi deshalb nun vielleicht bereits die Möglichkeit, sich auch für die Zukunft das freie Geleit des Vereins zu sichern – somit ist das Derby della Madonnina für die sportliche Gegenwart zwar kaum von Belang; perspektivisch könnte die Stadt-Meisterschaft dagegen durchaus von richtungsweisender Bedeutung sein.

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Category: Derbys Großbritannien – Autor: Derbysieger – 18:24

Im Manchester-Derby zwischen United und den Citizens schien sich zuletzt regelmäßig die vollzogene Wachablösung in der Industrie-Metropole zu zementieren; schließlich hatte der amtierende Titelverteidiger in den vergangenen beiden Jahren vier Mal in Folge über den englischen Rekordmeister triumphiert. Im nun anstehenden 169. Duell bietet sich den Red Devils jedoch die Chance, wieder die gewohnte Ordnung herzustellen – immerhin findet sich die Mannschaft von Louis van Gaal tabellarisch schon vor dem Heimspiel im „Theater der Träume“ vor dem großen Rivalen ein.

In Manchester wird derzeit einmal mehr im Kleinen deutlich, wie schnelllebig das Geschäft mit dem runden Leder ist: Wurde van Gaal noch vor einem knappen Monat nach dem Ausscheiden aus dem FA Cup gegen den FC Arsenal das bevorstehende Ende seines Engagements auf der Insel prophezeit, waren die Anhänger des Klubs nach dem jüngsten 3:1-Erfolg über Aston Villa nicht mehr weit davon entfernt, den Holländer auf den Schultern aus dem Stadion zu tragen. Ein richtig guter Lauf in der Premiere League hat die Klagen über eine weitere Saison ohne echte Titel-Option binnen kürzester Zeit verstummen lassen – zumal mittlerweile selbst der Trainer trotz des (virtuellen) 11-Punkte-Rückstandes auf Spitzenreiter Chelsea verlautbaren ließ, sich fortan nur noch nach oben orientieren zu wollen.

ManU wähnt sich auf der Überholspur

Nach einer anderthalbjährigen Depression werden die jüngsten Erfolgserlebnisse mit einer Begeisterung aufgenommen, dass dem Tabellendritten offenbar nicht einmal mehr die Rückkehr in das Meisterschafts-Rennen unmöglich erscheint. Zwar dürfte es angesichts der konstanten Auftritte des Londoner Tabellenführers nach wie vor um einiges wahrscheinlicher sein, dass ManUnited die direkte Qualifikation für die Champions League verpasst, als dass es in Sachen Titel noch einmal spannend wird; umso mehr macht die veränderte Stimmungslage rund um das Old Trafford aber deutlich, dass der Verein zumindest hinsichtlich des Selbstbewusstseins schon wieder auf dem Niveau der Ferguson-Ära angekommen ist.

Nun soll am Sonntag natürlich ein Sieg im Derby dafür sorgen, dass sich der Aufschwung auch in der Tabelle unverkennbar niederschlägt; nachdem United vor zwei Wochen den ewigen Rivalen aus Liverpool an der Anfield Road mit 2:1 niederrang, werden nun sämtliche Anstrengungen darauf gerichtet, sich obendrein auch noch beim städtischen Nachbarn für die zuletzt erlittenen Demütigungen zu revanchieren. Bei den Roten Teufeln hat schließlich niemand vergessen, wie viel Unheil die Citizens bei ihren letzten Abstechern im eigenen Stadion angerichtet haben – angesichts solch historischer Schlappen wie dem 1:6 aus dem Jahr 2011 und dem in der Vorsaison kassierten 0:3 werden bei den Gastgebern nun mit aller Entschlossenheit die Messer gewetzt.

Die Citizens sind völlig von der Rolle

Wäre allerdings trotz des momentanen Formhochs noch vor ein paar Wochen kaum daran zu denken gewesen, dass Manchester United als Favorit in das Derby startet, steuert nun insbesondere die unerwartete Krise der Gäste den Löwenanteil zur Vorfreude der Hausherren bei. Von den fünf(!) Pleiten in den letzten sieben Pflichtspielen scheinen schließlich nur die beiden obligatorischen Niederlagen gegen den FC Barcelona im Achtelfinale der Champions League verzeihlich zu sein. Während das Scheitern in der Königsklasse für die Citizens praktisch zur Vereins-Folklore gehört, hatten zuletzt die peinlichen Ausrutscher gegen den FC Burnley und Crystal Palace obendrein zur Folge, dass mittlerweile auch von der Titelverteidigung in der Premier League keine Rede mehr ist.

Seit der vor der Entthronung stehende Meister sogar um den Wiedereinzug in die Champions Legaue zittern muss, wird dafür umso mehr über Trainer Manuel Pellegrini gesprochen. Obwohl das Beispiel von Louis van Gaal zeigt, dass solche Diskussionen bisweilen nur eine kurze Halbwertszeit besitzen, dürfte das Gastspiel des Chilenen spätestens nach dem Abschluss der Saison zu Ende gehen. Sollte nun allerdings ausgerechnet im Derby die Trendwende gelingen, könnte auch dies schon bald Geschwätz von gestern sein – Siege gegen die Red Devils haben Manchester City schließlich selbst in deutlich schlechteren Zeiten stets dabei geholfen, den Frieden mit der sportlich eher tristen Gegenwart zu machen.

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Category: Derbys Deutschland,Karlsruher SC,VfR Aalen – Autor: Derbysieger – 10:38

Zwei Wochen nach dem torlosen Unentschieden im Südwest-Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern steht für den Karlsruher SC neuerlich ein Derby auf dem Programm. Während allerdings das Kräftemessen mit den etwa 70 km entfernten Roten Teufeln vom Betzenberg stets von massiver Brisanz begleitet ist, geht es beim baden-württembergischen Duell gegen die etwa doppelt so weit entfernten Aalener vergleichsweise friedlich zu.

Neben der Entfernung – die KSC-Fans haben eine etwa zweistündige Anfahrt vor sich – liegt es vor allem an der mangelnden Tradition dieser Begegnung, dass bislang noch keine richtige Derbystimmung aufkommen mochte. Dabei könnte es nach der Begegnung am kommenden Karsamstag auch bleiben, denn aktuell ist keineswegs gesichert, dass die beiden Kontrahenten in der nächsten Saison noch in derselben Liga tätig sind.

Karlsruhe strebt wieder nach oben

Während der KSC als Tabellenvierter noch gute Chancen auf eine Rückkehr in die höchste Spielklasse hat, sieht es für die Aalener aktuell nach einem Sturz in die Drittklassigkeit aus. Derzeit rangiert Aalen punktgleich mit dem Schlusslicht St. Pauli auf dem Relegationsplatz, obwohl der VfR eigentlich zwei Punkte mehr errungen hat. Diese wurden allerdings aufgrund von Verstößen gegen Lizenzauflagen abgezogen. Somit wird der Verein aktuell nicht nur von sportlichen, sondern auch von wirtschaftlichen Problemen geplagt.

2012 gelang dem VfR Aalen der erstmalige Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dort wurden mit den Plätzen neun und elf die wohl größten Erfolge des 1921 gegründeten Vereins erzielt. Auf diesem Gebiet hat der Karlsruher SC freilich deutlich mehr aufzuweisen. Der Vorgängerverein Phönix Karlsruhe holte 1909 den deutschen Meistertitel, nach der Fusion zum Karlsruher SC wurde in den Jahren 1955 und 1956 der DFB-Pokal gewonnen. 1963 zählte der KSC zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga, der er insgesamt 24 Jahre lang angehörte, zuletzt in der Saison 2008/09.

Nur Aalen gelang ein Heimsieg

Danach stürzten die Karlsruher gar in die Regionalliga ab, was ihnen in der Saison 2000/01 bereits ein Mal passiert war. Damals kam es auch auch zu den ersten Begegnungen mit dem VfR Aalen. Dabei siegte jeweils das Auswärtsteam mit 3:0 bzw. 1:0. Trotz der Heimniederlage wurde der KSC Meister und kehrte in die 2. Bundesliga zurück. Dort fanden ab der Saison 2013/14 drei weitere Begegnungen statt. Die beiden Spiele in Karlsruhe endeten unentschieden (1:1 bzw. 0:0), womit Aalen am 2. März 2014 mit 1:0 der bisher einzige Sieg in den Duellen der beiden Klubs glückte.

Dennoch geht der KSC als Favorit der Wettanbieter in diese Partie. Mit einem Sieg würden die Blau-Weißen die Chancen auf den Bundesliga-Aufstieg wahren. Der Rückstand auf Platz zwei beträgt nur zwei Zähler und auch Spitzenreiter Ingolstadt ist mit fünf Punkten Vorsprung nicht allzu weit entfernt. Vor allem in der heimischen Scholz-Arena ist Aalen aber nicht zu unterschätzen und konnte sich mit deutlichen Heimsiegen über Fortuna Düsseldorf, aber auch Mitkonkurrenten im Abstiegskampf wie 1860 München oder Erzgebirge Aue, bereits mehrfach aus brenzligen Situationen befreien.

 

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