Das letzte Thüringenderby ist bald zwei Wochen Geschichte. Vor dem Spiel gab es Umfragen, ob es denn die letzte Chance für Carl Zeiss Jena sei die Klasse zu halten, es wurden Wetten abgeschlossen, für viele war Jena schon abgestiegen, doch Carl Zeiss wahrte seine Chancen auf den Klassenerhalt mit einem Last Minute Treffer im Derby.
Sebastian Hähnge, der noch im Hinspiel seiner Mannschaft einen Bärendienst mit seinem Platzverweis und den daraus resultierenden Foulelfmeter gegen den FCC erwies, war am Sonnabend des 17. Dezember der Matchwinner mit seinem Treffer in der Nachspielzeit.
9.315 Zuschauer kamen ins Ernst Abbe Sportfeld, davon zahlreiche Fans aus Erfurt, die im Nachbarblock mächtig Rabatz machten und es sich nicht nehmen ließen den Gegner zu verhöhnen. So sehr der Sieg der Jenaer auch genossen und begossen wurde, die Situation ist nach wie vor brenzlich, denn 7 Punkte sind es bis zum rettenden Platz 17, den derzeit Aufsteiger Darmstadt 98 belegt, doch das dies möglich ist, hat auch letzte Saison Bundesligist Borussia Mönchengladbach gezeigt, die ähnlich aussichtslos in die Winterpause gingen, dann die Relegation packten und nur ein Jahr später um die internationalen Plätze spielen.
Für Rot Weiß Erfurt war der Derbysieg punktuell weniger wichtig, doch mit einem Sieg hätte man sich oben festbeißen können, so sind es aber trotzdem nur 3 Punkte auf Platz 3, auch wenn die Konkurrenz groß und breit ist.
Die Fans wurden übrigens gezielt getrennt, so Aussagen der Polizei, die eine insgesamt positive Bilanz zieht, trotzdem kann doch von Trennung im Stadion keine Rede sein, oder? Das Stadion in Jena ist eines der wenigen, wo der Heimblock des harten Kerns direkt neben dem Gästeblock ist. Es wäre also eine Leichtigkeit die minimale Grenze zu überschreiten, diesmal bleib es aber weitgehend ruhig.
Ein netter Zusammenschnitt des Supports:
Sollte Jena am Ende absteigen, dann wird es den ein oder anderen Fan des Rivalen in Rot und Weiß sicherlich freuen, aber es würde das Thüringen Derby und damit die Emotionen vorübergehend verloren gehen, der Liga würde etwas fehlen und sicherlich auch dem ein oder anderen Fan in Rot und Weiß.






Seit nun mehr 20 Jahren ist Deutschland wieder vereint, Fußball-Deutschland muss noch ein Jahr auf sein 20jähriges Jubiläum warten, denn die Saison 1990/1991 wurde in zwei verschiedenen Ligen gespielt. Die westdeutschen Vereine spielten in der Bundesliga, die ostdeutschen Vereine spielten die letzte Oberliga-Saison der damaligen DDR. Es ging aber nicht nur um den letzten Titel, sondern viel mehr um die Qualifikation für den gesamtdeutschen Fußball-Bereich. Man weiß, dass durch die Meisterschaft von Hansa Rostock und der Vizemeisterschaft von Dynamo Dresden, dass beide Vereine der ersten Bundesliga angesiedelt wurden und dass die Teams aus Erfurt, Halle, Chemnitz und Jena in die 2. Bundesliga eingegliedert wurden. Zwei weitere Startplätze für die zweite Bundesliga erspielten sich Lok Leipzig und Stahl Brandenburg. Die restlichen Vereine mussten den Gang in den Amateurfussball antreten, so der FC Magdeburg, Energie Cottbus, BFC Dynamo Berlin, Sachsen Leipzig und weitere.
Der Kicker schreibt, dass es das 116. Thüringen-Derby zwischen den Rivalen aus Erfurt und Jena war, das Hundertsechzehnte. Ein Derby, das von zwei Ostclubs geprägt wird, denen es besser geht, als vielen anderen Vereinen im Osten Deutschlands, aber nicht so gut genug, um auf Augenhöhe zu sein mit den “großen” Clubs aus dem Westen, die bereits Jugendspieler frühzeitig abwerben.
