Eine inzwischen etwas ältere (politische) Rivalität wirft wieder ihre Schatten vorraus. Anfang November 2009 treffen im hohen Norden erneut die Teams des FC Hansa Rostock und des FC St.Pauli in der Mecklenburgischen Hansestadt aufeinander. Bekannt ist diese Begegnung aus den 90ern als eine Begegnung zwischen Rechten und Linken, aber es ist wiedermal Zeit die Lage in beiden Fanszenen genauer zu Betrachten. weiter lesen
Hansa Rostock
Das Topsspiel an diesem Spieltag (20.15 Uhr/live im DSF) in der zweiten Liga ist zweifelsohne das zwischen Hansa Rostock und dem FC Sankt Pauli. Aber ist es auch ein Derby, zu dem es gemacht wird? Nimmt man die Distanz zwischen den beiden Hansestädten Hamburg und Rostock, dann kommt man auf ca. 200km und kann somit nicht wirklich von einem Derby sprechen. Beide Teams liegen im Norden Deutschlands, das allein macht dieses Spiel aber nicht zu einem Derby.
Entfernen wir uns mal von der Tatsache, dass ein Derby in direkter Nachbarschaft ausgetragen wird und widmen wir uns dem Gedanken, dass ein Derby aus rivalisierenden Teams einer Region besteht. Die Region wäre in diesem Fall der Norden und die Rivalität zwischen Sankt Pauli und Hansa Rostock ist wohl eine der größten in ganz Fußball-Deutschland. Doch woher kommt die Rivalität zwischen den beiden Clubs? Kein Geheimnis ist, dass auf Sankt Pauli viele Fans der linken und autonomen Szene ihren Verein supporten, somit hat der Kiezclub über die Jahre den Ruf eines links-politischen Clubs erhalten. Es gibt einige Ostclubs, die eine dominante rechte Anhängerschaft haben, zu denen allerdings Hansa Rostock heute nicht mehr gehören soll, anfang der 90er jedoch hatten die Fans den Ruf tendenziell bis offen rechts zu sein. Nichts desto trotz kategorisiert man auf Pauli die Rostocker in die rechte Szene ein, sodass eine Auseinandersetzungen zwischen Pauli und Rostock ein optimaler Nährboden für politische Ausschreitungen ist.
Der Konflikt ist gar nicht mehr auf den Fußball bezogen, es ist ein Konflikt zwischen Rechts und Links, es ist ein Konflikt, unter dem die Vereine und die Fans leiden müssen, die nichts mit all dem zu tun haben möchten. Es wird auch diesmal wieder krachen, denn selbst ein Alkoholverbot wie zuletzt im brisanten Derby am Rhein zwischen Mönchengladbach und Köln wird dies nicht verhindern können, wobei der Montagabend und die Tatsache, dass das Spiel in Rostock ist, den Einsatzkräften ein wenig entgegen kommen dürfte, da man nicht mit allzu vielen Gästefans rechnet. Das Fassungsvermögen im Ostsee-Stadion wurde wegen der besonderen Sicherheitsbestimmungen von 29.000 auf 25.300 gesenkt, immerhin 2000 Gästefans werden dort Platz finden. Hoffen wir auf ein hitziges Fußballspiel und emotionsreichen Abend, an dem der Fußball im Vordergrund stehen sollte und nicht irgendwelche politischen Differenzen.
Gruß Derbysieger
St. Pauli gegen Rostock
Ein (nicht ganz) satirischer Kommentar zur Begegnung dieser beiden Teams. Aus der Anmoderation:
“Schon toll, so ein Nord-Derby, oder? St. Paulis Autonome werfen mit Steinen, Müllcontainern und Gehwegplatten und die Hansa-Hooligans schießen mit Leuchtraketen zurück. Und mittendrin: 1.300 Polizisten. Über eine Million an Steuergeldern kostet so ein Spektakel. Aber dafür kann man endlich mal hautnah bei einem Bürgerkrieg dabei sein. [...] Wen interessiert bei Pauli gegen Rostock schon der Fußball?”

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