Ja, es war „nur“ die U21-Nationalmannschaft, die gestern im schwedischen Malmö Geschichte schrieb und durch einen überraschend deutlichen und hochverdienten 4:0-Triumph über den ewigen Rivalen England zum ersten Mal den Europameistertitel für Deutschland unter Dach und Fach brachte. Über 8 Millionen Zuschauer bundesweit berauschten sich an dem Ergebnis und der beeindruckenden Vorstellung der Jungs von Bundestrainer Horst Hrubesch und sahen die mit Abstand beste Tuniervorstellung des Teams zum bestmöglichen Zeitpunkt. Auch diese imposante Zahl verdeutlicht das Heraustreten der vormals oft stiefmütterlich behandelten Nachwuchsarbeit aus den Tiefen der Bedeutungslosigkeit ins strahlende Rampenlicht. Darüber hinaus gibt es weitere äußerst erfreuliche Begleiterscheinungen:
Zunächst ist Deutschlands Nachwuchs endgültig und nachhaltig aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und hat nach den EM-Titeln mit der U17 und der U19 das Titel-Triple perfekt gemacht. Die jahrelange Dominanz der anderen Nationen, vorwiegend der Holländer, Spanier und Italiener konnte gebrochen und ein richtungsweisendes Signal für die Zukunft des deutschen Fußballs ausgesandt werden. Grundlage dafür waren die zielgerichteten Investitionen in die Nachwuchsförderung in den letzten Jahren, die die Ausbildung zahlreicher hochtalentierter und erfolgshungriger Nachwuchskicker in den Leistungszentren ermöglichten. Auch die Tatsache, dass alle im Kader befindlichen Spieler ihre Meriten in der 1. oder 2. Bundesliga erwerben, ist ein interessanter Aspekt. Die Arbeit in den Klubs wird durch diesen Erfolg deutlich aufgewertet und lässt darauf hoffen, dass auch in Zukunft vermehrt auf den eigenen Nachwuchs gesetzt wird, den Nachweis der Tauglichkeit haben die Jungs von Bundestrainer Horst Hrubesch jedenfalls nachhaltig und eindrucksvoll erbracht – nun gilt es, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, um vielleicht auch künftig wieder im Vereinsfußball die erste Geige zu spielen, allem Gejammere über fehlende Fernseheinnahmen und Ölscheichs zum Trotz, vielleicht erleben wir gerade die Geburt einer neuen „goldenen Generation“.
Der eigentliche Glanz des Erfolges drückt sich jedoch im gedemütigten Gegner und seinen Rundumschlägen der meinugsbildenden Organen aus: England, das Mutterland des Fußballs und Erzrivale seit der allerersten Stunde, wurde nicht nur besiegt, nein, es wurde förmlich zerstört und gedemütigt. Ein ganz besonderer Genuss – weiß man doch über die sonst literweise ausgeschüttete Häme des englischen Boulevards über den ungeliebten Nachbarn im gegenteiligen Fall. Allein deshalb gilt es diesen Moment zu genießen und voll auszukosten, schließlich kann man sich bei all den Peinlichkeiten der Insulaner im Nationaltrikot in den vergangenen Jahren nicht sicher sein, ob sich die Wege beim nächsten großen Turnier wirklich kreuzen, oder ob nicht erneut die Qualifikation, die Gruppenphase oder allerspätestens ein Elfmeterschießen in der KO-Runde einem Duell im Wege steht.
Stellvertretend dafür ein Auszug aus dem „Telegraph“: „More Gotterdammerung for England against the Germans and this one was even composed by Wagner at the end. How embarrassing. England were utterly outclassed, utterly out-thought by Germany. Don’t mention the four.“
Doch genug Spott und Häme für den am Boden liegenden Gegner für den Moment. Stattdessen ein dickes Dankeschön an die junge Rasselbande, die von dem überragenden Torhüter Manuel Neuer, der bärenstarken Innenverteidigung mit Benedikt Höwedes und Jerome Boateng, Kapitän Sami Khedira und dem im Finale überragenden und zu jeder Zeit Spielwitz und Torgefährlichkeit ausstrahlenden Mesut Özil zum Titel geführt wurde. Der Architekt dieses intakten Mannschaftsgefüges und historischen Erfolges aber ist Horst Hrubesch, vormals als Relikt aus der peinlich anmutenden Ribbeck-Ära um die Jahrtausendwende abgestempelt, der mit seiner feinen und geradlinigen Menschenführung, eine verschworene Einheit formte, die vor Ehrgeiz brannte. Als erster Verband ist der DFB nun im Besitz aller drei EM-Trophäen im Jugendbereich. Präsident Theo Zwanziger brachte es beim Mannschafts-Bankett treffend auf den Punkt: „Horst Hrubesch hat eine großartige Leistung vollbracht. Da werden wir ihm auch die nächsten Knollen verzeihen, die er sich immer mal wieder auf der Autobahn einfängt und die manchmal beim DFB landen.”
Marc Strasser

In der ersten DFB Pokal Runde treffen die Kickers auf Offenbach auf den Erzrivalen Eintracht Frankfurt. Dieses Los zog die “Glücksfee” Renate Lingor so eben in der ARD Sportschau. Damit kommt es endlich wieder zum Klassiker. Zwar spielt die Eintracht meist höherklassig, im direkten Vergleich weisen sie gegenüber den Kickers aber eine negative Bilanz auf. In bisher 104 Derbys gewann Offenbach 43 mal bei 39 Niederlagen, 22 mal trennten sich die Clubs unentschieden.

Wenn man an Kolumbien denkt, denkt man an politische Morde, an kriminelle Banden, an Guerilla-Krieger, an Armut, an die Mafia, an den Drogenhandel, an den Anbau von Kokain und an Pablo Escobar. Man denkt aber auch an einen Fußballer, der den selben Namen trug, wie der mächtige El Patron, ich spreche von Andres Escobar, einem ehemaligen kolumbianschen Fußballprofi, der wegen seines Eigentors bei der WM 1994, Kolumbien schied aus, in seiner Heimat erschossen wurde.
In Kürze wird der SSV Markranstädt, ebenfalls Teil der Oberliga und im Landkreis Leipzig zu Hause, eine Kooperation mit Red Bull eingehen – um dann den kontinuierlichen Aufstieg in den Profifußball anzustreben. Unter neuem Namen allerdings: als Rasen-Ball Leipzig e. V., kurz RB Leipzig, ergo: Red Bull Leipzig. Die Verträge liegen bereits in der Rechtsabteilung.
Wie der DFB und die DFL heute mitteilten, konnte der Umbau der Fussball-Bundesliga nun auch mit dem neuen Namensgeber, der Walt Disney Corp. abgeschlossen werden.
Spannung und Emotionen versprach das 100. skandinavische Derby zwischen Schweden und Dänemark in Gruppe 1. In Stockholm war der in der Tabelle viertplatzierte Gastgeber um Superstar Zlatan Ibrahimovic zum Erfolg gezwungen. Nach der gestrigen 0:1 Niederlage gegen das Team von Morten Olsen hat Schweden schon zehn Punkte Rückstand, damit haben sie nur noch geringe Chancen auf eine Teilnahme an der WM 2010. Den Siegtreffer erzielte Kahlenberg nach einem krassen schwedischen Abwehrfehler.
Sommerpause? Noch nicht ganz. Bevor es auch für Holstein Kiel und dem VfB Lübeck in den Urlaub geht, steht am Sonntag das Schleswig-Holstein-Derby der Rivalen an. Dabei geht es für Kiel um dem Aufstieg in die 3. Bundesliga. Lübeck hingegen könnte es den Kielern vermiesen, viel mehr jedoch hat für den VfB das Landespokalfinale am kommenden Mittwoch Priorität, denn darüber könnte sich der VfB für den kommenden DFB-Pokal Wettbewerb qualifizieren.